Marienburg (Malbork)

Marienburg (Malbork)

ID 42508241 © Sjankauskas | Dreamstime.com

Die Burg ist legendär. Seit dem 13. Jahrhundert trotzen ihre Mauern Angriffen, birgt sie Geheimnisse, zieht sie Menschen in ihren Bann. Die Marienburg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und war seit dem Mittelalter Zeuge von Aufbau und Auseinandersetzung, von Ordnung und Zerfall. Die wuchtigen Mauern der mächtigen Außenanlagen sind schon von Weitem zu sehen. Knapp 50 Kilometer von Danzig entfernt erhebt sich am Fluss Nogat die einstige Ordensburg der Deutschordensritter, die Sie heute als Museum besichtigen können.

Mehr als sieben Jahrhunderte Geschichte sind mit der Burganlage verbunden. Sie ist nicht nur Zeugnis beeindruckender Architektur und Militärgeschichte, sondern auch des Glaubens und ideologischer Setzungen. Einst Sitz der Hochmeister des Deutschen Ritterordens wurde sie Residenz der polnischen Könige, war ideologisches Wahrzeichen des Deutschtums im Osten und sollte im Nationalsozialismus als NS-Ordensburg ausgebaut werden.

Heute ist sie ein beeindruckendes Beispiel von Wehr-, Sakral- und Herrschaftsarchitektur. Die schweren Schäden des Zweiten Weltkriegs wurden sorgsam behoben. Bewusst setzten Restauratoren die Farbunterschiede historischer Überreste und neue Materialien ein, um den Grad der Zerstörung zu dokumentieren.

Der gewaltige Bau mit seiner Dreigliederung in Vorburg, Mittelschloss und Hochburg und die Stadt Malbork selbst bieten viele Möglichkeiten für eine intensive Besichtigung. Die Geschichte von Burg und Stadt sind eng miteinander verbunden. Etwa zeitgleich mit dem Baubeginn der Burg entstand die südwestlich gelegene Stadt mit eigener Kirche und später erbautem Rathaus samt Stadtmauer.

Video: Die Marienburg - Ordensburg des Deutschen Ordens --- 2019

Wechselvolle Geschichte

Die Entstehung der Marienburg ist mit der durch den Deutschen Ritterorden gestützten Besiedelung der Ostgebiete und seinem Scheitern in den Kreuzzügen verbunden. Mit dem Verlust von Montfort und Akkon endeten die Initiativen des Ordens im Heiligen Land. Nach einer Besinnung und Neuordnung, während der der Deutschritterorden in Venedig residierte, wurde beschlossen, die Ostbesiedlung zu unterstützen. Durch den Bau von Burgen wurden die eroberten Gebiete geschützt. So entstand zwischen 1270 und 1300 die Marienburg am Ufer des Nogat. Mit der Übernahme von Danzig durch den Deutschen Ritterorden wurde die Marienburg zum Hauptsitz des Ordens und seines Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen. Aus der Festung wurde ein Schloss, das Repräsentationsaufgaben zu erfüllen hatte.

Gute 100 Jahre später verloren die Deutschritter gegen Polen-Litauen. Die Schlacht von Tannenberg 1410 brachte die Wende. Zunächst trotzte die Marienburg noch ihren Feinden. Hochmeister Heinrich von Plauen verteidigte sie heldenhaft. Unter Ludwig von Erlichshausen wurde der Druck jedoch so stark, dass Söldner hinzugezogen wurden. Als deren Sold nicht bezahlt werden konnte, verkauften diese die Festung an den polnischen König.

Lange Zeit war die Marienburg polnischer Königssitz. Erst im Ergebnis des Dreißigjährigen Krieges und der 1. Polnischen Teilung gelangte die Marienburg 1773 zur Provinz Westpreußen. Die Burg wurde militärisch genutzt, Abrissarbeiten erfolgten, die erst Friedrich Wilhelm III. stoppte. An den im frühen 19. Jahrhundert einsetzenden Restaurierungsarbeiten war auch Karl Friedrich Schinkel beteiligt.

Mit dem Bau der Preußischen Ostbahn wurde die Anbindung an Berlin gesichert. Im Kaiserreich wurde die Marienburg zu einem der wesentlichen Symbole nationaler Identität. Während des Ersten Weltkriegs hielten sich Hindenburg und der Generalstab einige Zeit in den Festungsmauern auf. Während des Nationalsozialismus wurde sie für repräsentative Zusammenkünfte genutzt und war als NS-Ordensburg im Gespräch. Ab 1937 gab man sie als „Burg des deutschen Jungvolkes“ der Jugend und der Wehrmacht.

Im Zweiten Weltkrieg nahezu zerstört, wurde bereits 1946 mit der Restaurierung der Burg begonnen. Zunächst unterstand sie dem Militär, seit 1951 wurde die Nutzung als Museum umgesetzt.

Größter Backsteinbau Europas

Trotz späterer Bauten zählt die Burg am Nogat im Ganzen zur Backsteingotik. Die klare Gliederung ist zweckgebunden.

Die äußeren Befestigungsanlagen entstanden Mitte des 15. Jahrhunderts unter dem Hochmeister Heinrich von Plauen. Das Plauen-Bollwerk umfasst ein System aus Mauern, Gräben und Zwingern. Ergänzt wurden die Verteidigungsanlagen später durch die Schweden, die im 17. Jahrhundert teilweise die Burg besetzten.

Die Vorburg entstand 1309 als erste Maßnahme zur Verteidigung und war gleichzeitig als Wirtschaftsraum konzipiert. Scheunen, Ställe, Zeughaus, Bauhöfe und Werkstätten hatten in der Vorburg ihren festen Platz. Als Andachtskirche niederer Ritter wurde die St. Lorenz Kapelle errichtet. Unter Dietrich von Altenburg kam als Sitz des Verwalters das Komturhaus hinzu.

Das Hochschloss basiert auf dem ältesten Teil der Burg. Der kastellartige Bau war mit Kapitel- und Speisesaal sowie den Schlafräumen Stützpunkt der Ritter. Hinzu kam eine Kapelle, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch Dietrich von Altenburg zur

Sankt-Marien-Kirche erweitert wurde. Durch die Goldene Pforte betreten Sie die Kirche. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde sie wieder aufgebaut und so rekonstruiert, dass die Schäden erkennbar bleiben.

Im 1309 errichteten Mittelschloss befand sich das Herz des Ordens: Der prachtvolle Hochmeisterpalast wurde um Vierzehnhundert erbaut. Er diente der Repräsentation, doch auch die Arbeits- und Wohnräume des Hochmeisters befanden sich hier. Der „Große Remter“ fasste mit seinen 30 Metern Länge 400 Gäste und galt als einer der größten Säle Europas. Auffallend sind verschiedene architektonische Einflüsse, die bis nach Italien und Burgund reichen. Sie sollten den Einfluss des Deutschen Ritterordens symbolisieren. Bei einem Besuch wird Sie nicht nur die Architektur begeistern, sondern auch das Bernsteinmuseum, das in den Räumen des Hochmeisterpalastes untergebracht wurde.

Die Wunder der Marienburg

Die Burg wurde Zeuge vieler Kämpfe und Auseinandersetzungen. Selbst das Ende des Zweiten Weltkriegs hat sie überdauert. Die sorgsame Restaurierung der damals zu über sechzig Prozent zerstörten Burganlage verwischt die Spuren nicht. Auch die Sankt-Marien-Kirche hatte es getroffen. In einer Außennische befand sich über die Jahrhunderte hinweg eine 8 Meter hohe Marienfigur. Diese war mit farbigem Glasmosaiken überzogen und erlebte das Kriegsende nicht. Nur einzelne Bruchstücke blieben erhalten. Die Madonna wurde rekonstruiert und konnte 2016 wieder aufgestellt und in Anwesenheit des amtierenden 65. Hochmeisters Bruno Platter geweiht werden.

Der Sage nach hat die Madonnenfigur bereits ihrem Schöpfer ein Zeichen gegeben. Als der Künstler beim Abschied weinte und sich nicht von der Maria trennen wollte, winkte sie ihm zu und schenkte ihm Frieden.

Im frühen 15. Jahrhundert wünschte ein polnischer Feldherr während einer Belagerung der Marienburg, dass die Madonna herabgeschossen werde. Der Schütze erblindete. Als der Feldherr selbst zur Armbrust griff und zielte, wendete sich der Schuss gegen ihn und er starb auf der Stelle.

Ein freundliches Zeichen gibt Ihnen das Heiligenbild, wenn Sie ihm im Sonnenschein begegnen. Das goldene Leuchten verzaubert einen ebenso wie der Ernst der Statuen der Hochmeister, die Sie im Hof versammelt finden.

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